AdT: Pilot – in West und Ost (09.04.2022)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der (Virginia) Pilot; © USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Pilot, war auch als Virginia Pilot bekannt. Die Abbildung hat Deborah Passmore 1903 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt, das Exemplar stammt aus Franktown im Washoe County, Nevada. Und Dank der südlichen Herkunft finden sich Informationen in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“. Es ist ein Sämling aus dem Nelson County, Virginia, der Baum ist winterhart und die Äpfel eignen sich als Tafel- und Wirtschaftsäpfel.

Der „Pilot“ stand lange auf Calhouns Liste seiner 10 meistgesuchten Sorten, und erfreulicherweise wurde er bei Tom Burford fündig. Burford, dessen Familie seit 1715 in Virginia Obstbau betreibt, wird gern auch „Professor Apple“ genannt – 2013 erschien sein Buch „Apples of North America: 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“, das ich sehr empfehlen kann.

Er hat den „Pilot“ 1989 wiederentdeckt. Um 1830 am Fuß des Pilot Mountain zum ersten Mal gewachsen, war die Sorte für höhere Bergregionen geeignet. Der Apfel ließ sich gut lagern, und beim USDA konnte man 1908 von einer interessanten Lagerungsmethode lesen: Einige Obstbauern bildeten Apfelhaufen unter den Bäumen und bedeckten sie mit Laub oder Stroh. Im Frühjahr wurden sie wieder herausgeholt und konnten, in Fässern verpackt, für einen guten Preis verkauft werden.

Die Äpfel sind groß, rundlich oder leicht abgeflacht, oft schief gewachsen, wie es auch der Abbildung zu sehen ist. Die gestreifte Schale zeigt ein mattes Rot, es gibt zahlreiche große, weißliche Punkte.

Das gelbliche, feinkörnige Fruchtfleisch ist eher fest, zart und saftig. Es hat ein leichtes Aroma und eine feine Säure. Reif ist der Apfel ab Oktober.

Und dem Apfel-Buch Johann-Heinrich Rolff konnte ich entnehmen, daß es noch einen Apfel dieses Namens gibt. Der deutsche Pilot wurde 1962 in Pillnitz als Kreuzung aus Clivia und Undine gezüchtet und 1988 zugelassen. Die gelbe bis orange Schale wird zu einem großen Teil von einem kräftigen Zinnoberrot überdeckt, das feste und saftige Fruchtfleisch hat einen süß-säuerlichen Geschmack. Das Julius-Kühn-Institut führt ihn in der Broschüre Pillnitzer Obstsorten & Obstunterlagen (PDF) auf und empfiehlt ihn für Erwerbs- und Selbstversorgeranbau.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

Da ich ein großer Freund des Analogen bin, mag ich auch Schreibgeräte, besonders Füller. Eine meiner Lieblingsmarken ist die japanische Firma Pilot, einer meiner ersten Füller aus dem etwas höheren Preissegment war der Vanishing Point. Das, wie ich finde, Geniale daran ist der Mechanismus: Die Feder wird wie bei einem Kugelschreiber durch einen Druckknopf herausgeschoben bzw. geschützt. Japanische Federn sind großartig, und Pilot-Tinten – hach!

Insgesamt wird in Japan, scheint mir, sehr viel mehr Wert auf Schreibwaren gelegt. Leider sind viele Produkte in Europa nicht erhältlich, da muß dann über japanische oder US-Anbieter gekauft werden. Was bei den Porto- und Zollgebühren nicht sooo viel Spaß macht.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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