AdT: Großer Böhmischer Sommerrosenapfel (22.07.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels mit Ast und Blatt; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Großer Böhmischer Sommer-Rosenapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Große Böhmische Sommerrosenapfel, findet sich in
Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) 1. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 80f, erschienen 1833). Lexa selbst nennt ihn nur Großer böhmischer Rosenapfel. Wir haben damit den dritten im Bunde der Sommr-Rosen: zuvor hatten wir bereits den Pfirsichroten und den Roten Sommer-Rosenapfel.

Lexas Beschreibung fängt bei der Form schon mal interessant an: „Die Form ist vollkommen plattrund und käsförmig – das hat er aber wohl von Adrian Diel (1756-1839) übernommen, der auch die Bezeichnung „Großer Böhmischer Sommer-Rosenapfel“ eingeführt hatte.

Die feine und geschmeidige Schale ist vor dem Pflücken mit blauem Duft belaufen und hat ein Hellgrün als Grundfarbe, das zu einem gelblichen Grün wird. Die Sonnenseite ist mit
flammenartigen, karminfarbigen Streifen besetzt, die aber nicht sehr ins Auge fallen. Die
Streifen ziehen sich um die ganze Stielwölbung herum, einzelne auch über die ganze Schattenseite. Zwischen den Streifen gibt es auf der Sonnenseite viele Punkte, die die Streifen dadurch fast verschwinden lassen.

Weniger besonnte Früchte sind dagegen auf einer Hälfte rein gelblichgrün. Punkte sind dort nur wenige zu sehen; diese sind zerstreut und fein. Auf der Schale finden sich zudem Rostflecken. Die Frucht hat einen sehr guten, sanften Geruch, und welkt nicht.

Das weiße, saftige Fruchtfleisch ist weich, locker und markig. Es hat einen
angenehmen, feinen süß-säuerlichen Geschmack, jedoch ohne weiteren Eigengeschmack. Der Apfel ist Ende Juli oder Anfang August reif, behält seinen guten Geschmack aber nur zwei Wochen. Dennoch ist der Apfel für Lexa von erstem Rang.

Eduard Lucas (1816-1882) berichtet im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF, S. 80f) ebenfalls über die Sorte, die er nur den Böhmischen Rosenapfel nennt. Lucas gibt an, daß er in Böhmen sehr verbreitet ist und ausgezeichnet wächst, aber auch in Deutschland wäre er schon häufiger anzutreffen – zu Recht, da er sich auf den Märkten sehr gut verkaufe. Und auch wenn Lucas ihn nur als Apfel 2. Ranges einstuft, so empfiehlt er ihn zum Dörren und als Kompott.

Der Baum selbst trägt jung und reichlich, wächst aber nicht besonders schön, die Krone bildet sich eher flatterig. Er sollte nur in geschlossenen Gärten angebaut werden, „da die Frucht zu anlockend ist“ …

Und sonst:

Die letzte Bemerkung erinnert mich an die Website mundraub, auf der frei zugängliche (!) Obstbäume gemeldet werden können. Nicht zu verwechseln mit Bäumen, die Pächtern gehören! Darauf verweisen auch die Betreiber der Website, die mit ihr für „eßbare Städte“ und Engagement sorgen wollen.

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