AdT: Kemp – aus Irland? (16.07.2022)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Kemp; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Kemp, die Abbildung stammt aus der Pomological Watercolor Collection des USDA. Sie wurde 1914 von „M. Strange“ angefertigt, der Apfel stammte aus Hedgesville im Berkeley County, West Virginia.

Leider habe ich zu der Sorte nicht viel gefunden. In der britischen National Fruit Collection (NFC) gibt es einen Hinweis auf die Sorte: Demnach stammt sie aus dem County Armagh in Irland, wo sie seit 1837 bekannt sei, ein Synonym ist „May Bloom“. Die Sorte wurde sowohl als Küchen- wie auch als Dessertapfel verwendet. Das Foto bei der NFC deutet darauf hin, daß es immer noch Bäume geben könnte. Und tatsächlich findet sich z.B. bei der Heritage Fruit Tree Nursery im nordwestlichen County Leitrim der Kemp im Angebot.

Die großen Äpfel sind rund und abgeflacht mit einer Tendenz zum Kegel. Es sind deutliche Rippen zu sehen (die auf der Kalender-Abbildung allerdings fehlen).

Die blaßgrün-gelbe Schale zeigt auf der Sonnenseite eine braune oder rote Färbung, dazu gibt es rotbraune Lentizellen.

Das weiße, grobkörnige Fruchtfleisch ist fest, knackig und saftig und hat einen guten Geschmack. Bei der Lagerung mildert sich die Säure, der Apfel hält sich zwei Monate.

Die Künstlerin

M. Strange: Dieser Name ist mir bei der USDA erst einmal begegnet, leider habe ich auf Anhieb keine Informationen gefunden. Im Umfeld anderer Berichte über Illustratorinnen taucht „M. Strange“ nicht auf. Und auch Mari Kramer nennt ihn in ihrem ausführlichen Artikel „Meet the Women Illustrators of the Pomological Watercolor Collection“ in Ladyscience nicht. Insgesamt gibt es bei der USDA 47 sehr schöne Abbildungen von „M. Strange“.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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