AdT: Lucinda mal 3 – und ein Betrug? (16.07.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-grünen Apfels; USDA

Lucinda, 1895; ©USDA

Leider findet sich zum Apfel des Tages, dem Lucinda, weder in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ noch in den Apples of New York etwas. Und so bleibt heute nur ein interessanter Vergleich der Abbildungen beim USDA:

1895 zeigt den Kalender-Apfel als eher längliche Sorte. 1926 ist er bei Steadman schon etwas runder, und 1931 zeigt Arnold einen fast schon platten und auch sehr viel röteren Apfel. Ob da Züchtungen im Spiel waren? Und eigentlich merkwürdig, daß die Sorte über einen solch langen Zeitraum vom USDA beobachtet wurde, aber nichts dazu geschrieben wurde. Nun ja, montags ist doch eh nie Zeit, um viel zu lesen …

Die Künstler*innen

Wie schon beim Ledyard, den Wilhelm “William“ Prestele (1838-1895) abgebildet hatte, findet sich auch zu dem von ihm – in seinem Todesjahr 1895 – in La Grande im Union County, Oregon, gemalten Lucinda nichts. Aber ich möchte doch auf die sehr interessante Biographie verweisen, zu der ich beim Ledyard schon etwas geschrieben hatte.

Historische Abbildung eines gelb-grünlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Lucinda, 1926; ©USDA

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman hat den zweiten Apfel 1926 in Rosslyn im Arlington County, Virginia, gemalt. Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Lucinda, 1931; ©USDA

Der drittte Apfel schließlich, 1931 ebenfalls in Rosslyn gemalt, stammt von
Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955). Sie gehörte wie Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den wichtigen Illustrator*innen beim US Department of Agriculture. Über ihr Leben weiß man nicht viel, da Unterlagen über sie vor 1921 vernichtet wurden.

Und sonst:

Ich konsultiere ja auch gern Adams Apfelblog, weil der Glückliche auch ältere Sorte verkostet. Zum Lucinda habe ich nichts gefunden, aber seinen aktuellen Beitrag über einen Sorten-Schwindel finde ich hochinteressant. Anscheinend oder scheinbar (?) werden „neue“ Sorten auf den Markt geworfen, die sich kaum von denen unterscheiden, von denen sie abstammen. Und schon gar nicht im Geschmack. Sehr spannend!

………………..
© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

Eine Antwort auf „AdT: Lucinda mal 3 – und ein Betrug? (16.07.2018)“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.