AdT: Maxson Early – ein bißchen Marketing-Geschichte (06.02.2022)

Historische Abbildung eines grünen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Maxson Early; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Maxson Early, die einzige Abbildung in der Pomological Watercolor Collection des USDA stammt von Amanda Almira Newton. Newton hatte den Apfel 1913 bei Frank Moffit in Carmel im Hamilton County, Indiana, festgehalten.

Leider bewahrheitet sich auch hier, daß eine einzige Abbildung eher auf wenige Informationen hoffen läßt. Weder in den Apples of New York, noch bei Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ oder in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ fand sich etwas zu der Sorte.

Ich bin dann aber auf einen Hinweis gestoßen, daß der Maxson’s Early über Storrs & Harrison, eine Gärtnerei und Baumschule im Lake District in Ohio, vertrieben wurde. Tatsächlich findet sich die Sorte in den Katalogen seit 1903, als eben auch der Apfel vom USDA bei Frank Moffit erfaßt wurde. Da es mit den Informationen zu der Sorte nicht so weit her ist, gehe ich heute mal durch das Marketing. Das finde ich schon interessant, weil es hier von der Markteinführung bis zum Verschwinden verfolgt werden kann.

Der erste Eintrag im Katalog von 1903 lautete:

MAXSON’S EARLY. A promising new sort, introduced as the best summer cooking Apple. The large, pale yellow fruits are tart, acid, tender and well-flavored. The tree produces well and regularly. August.

(Eine vielversprechende neue Sorte, eingeführt als der beste Sommerkochapfel. Die großen, hellgelben Früchte sind herb, säuerlich, zart und wohlschmeckend. Der Baum produziert gut und regelmäßig. August.)

1904, als es vielleicht erste Erfahrungen gab und die Sorte etwas stärker beworben werden sollte, hieß es:

Maxson’s Early — Grown from seed of a fine specimen of Sweet Bough which it resembles in all respects save that the flesh is tart, acid, of fine flavor, cooking perfectly tender ; in all respects the best early summer cooking apple.
Original tree, which is still standing, has healthy foliage, is a good grower, has made a fine specimen tree with but little pruning; has seldom failed to produce a good crop of fine, fair fruit. Aug. 20c, 6 for $1.00.

(Gezüchtet aus Samen eines guten „Sweet Bough“-Exemplars, dem er in jeder Hinsicht ähnelt, außer daß das Fleisch herb, säuerlich, von feinem Geschmack ist und perfekt zart kocht; in jeder Hinsicht der beste Frühsommer-Kochapfel.
Der ursprüngliche Baum, der noch steht, hat gesundes Laub, wächst gut, wurde mit nur wenig Schnitt ein schöner Solitärbaum; hat es selten versäumt, eine gute Ernte von feinen, guten Früchten zu produzieren.)

1905 war es dann schon ein

Strong grower with healthy foliage, hardy, excellent bearer. The best early summer cooking apple. In shape and appearance fruit is like Sweet Bough but the flesh is tart, acid, good flavor and cooks perfectly tender. 15c; 8 for $1.00

(Kräftiger Wuchs mit gesundem Laub, robust, ausgezeichneter Träger. Der beste Frühsommer-Kochapfel. In Form und Aussehen ist die Frucht wie der Sweet Bough, aber das Fruchtfleisch ist herb, säuerlich, hat einen guten Geschmack und kocht perfekt zart.)

und der Preis ging von 20¢ auf 15¢ runter.

1906 bis 1909 wurde der selbe Text verwendet, auch der Preis blieb gleich. 1910 war es immer noch der Text, aber der Preis stieg wieder auf 20¢. 1911 verschwand der erste Satz über den stark wachsenden und reiche Ernte bringenden Baum, der Preis blieb gleich. 1912 und 1913 war auch der ursprüngliche Satz wieder da, 1914 und 1915 gab es erneut die kürzere Beschreibung. Und ab 1916 fehlte die Sorte in den Katalogen – das 13. Jahr brachte wohl kein Glück.

Jesse Storrs (1804-1882), der als Begründer der Baumschul-Wirtschaft im Lake District gilt, tat sich 1858 mit JJ Harrison zusammen, die Firma existierte bis in die 1940er Jahre, als das Geschäft aufgegeben wurde. Storrs & Harrison Nursery wurden zeitweilig zum größten Gartenbau-Anbieter mit diversem Angebot der Welt.

Der Sweet Bough, von dem der Apfel abstammen soll, wurde hier schon vorgestellt, die Sorte findet sich auch heute noch.

Die Künstlerin

Amanda Almira Newton (ca. 1860-1943) arbeitete von 1896 bis 1928 als Illustratorin für das USDA. Sie war eine der produktivsten Mitarbeiter*innen (von denen es über 50 gab), mehr als 1.200 Aquarelle sind in der Sammlung erhalten. Außerdem hat sie rund 300 Wachsmodelle von Früchten hergestellt. Die Illustrationen und Wachsmodelle sollten vor allem den Obstbauern, die in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Plantagenbetrieb begannen, als Anschauungsmaterial dienen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.