AdT: Oconee Greening – ein Apfel für Stinktiere? (25.06.2018)

Historische Abbildung eines ggrünlich-schmutzigen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Oconee Greening, 1899 in Jackson County, Georgia von Deborah Passmore gefunden; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages ist in meinen Augen ein Fall für echte Apfel-Liebhaber*innen, denn optisch ist er für mich eher unattraktiv. Der Oconee Greening entstand an den Ufern des Oconee River direkt unterhalb von Athens, Georgia – das Gebiet heißt heute Whitehall.

Ich habe nur in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ etwas ausführlicheres zu dem recht großen Apfel gefunden, neben einem sehr kurzen Eintrag in John Jacobs Thomas‘ „American Fruit Culturist‘, das 1871 erschien.

Die gelbe oder grünliche Schale zeigt auf der Sonnenseite eine bräunliche Röte. Es gibt verstreute, rostbraune Punkte und Rost an der Stielhöhle.

Das saftige, gelbe Fruchtfleisch ist knackig, feinkörnig, sehr aromatisch mit einer feinen säuerlichen Note. Der Apfel ist lange lagerbar, die Genußreife geht von September bis Februar.

Der Baum selbst ist kräftig und ertragreich, scheint aber nicht sehr verbeitet (gewesen) zu sein.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

„Oconee“ ist ein Wort der Muskogee oder Creek, das sich zusammensetzt aus „O“ für „Leute / Siedlung oder Volk“ und „Conee“ für „Skunks“ – in der Gegend dürfte es also eine Menge Stinktiere gegeben haben. Ob diese auch den Oconee Greening verspeist haben, ist mir nicht bekannt.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

3 Antworten auf „AdT: Oconee Greening – ein Apfel für Stinktiere? (25.06.2018)“

    1. Oh, das klingt interessant! Wie schmeckt die denn. Nachdem nun schon fast ein halbes Jahr rum ist, muß ich sagen, daß ich mich auf Renetten besonders freue. Abgesehen von den „Exoten“, die ganz ausgefallene Geschmacksrichtungen bieten.

      1. Ich hatte erst eine Ernte, weil ich die entsprechende Streuobstwiese erst vor 2 Jahren erwerben konnte und Oberdiecks Renette zu alternieren scheint. Der Geschmack war für mich schon direkt nach der Ernte umwerfend. Nicht so zuckrig wie unsere Blenheim Goldrenetten, aber sehr fein gewürzt. Außerdem knackt er „jung“verzehrt sehr nett ab. War übrigens letztes Jahr noch Mitte November am Baum. Fast so lang wie die Champagner Renetten.

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