AdT: Pomme D’Aunée (05.05.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Der Alant, 1900 von Deborah Griscom Passmore gemalt; ©USDA

Nachdem wir schon zwei Apfelsorten mit alantartigem Geschmack hatte, nämlich den Edelroten und den Gefleckten Goldapfel, ist der heutige Apfel des Tages der „richtige“ Alantapfel. Er hat neben dem Kalendernamen Pomme D’Aunée auch noch die Synonyme

Carrée d’Automne, Edler Prinzessin, Franche-Noble, Fransche Kron., Gelber Edler Prinzessinapfel, Gestreifter Imperial, Großer edler Prinzessin, Großer gestreifter Kaiser, Moenchsnase, Nonlesse, Pomme Carrée, Pomme d’Alent, Prince d’Orange, Princesse Noble de Knoop, Princesse Noble, Prinzessin, Zimmet Alant.

Mönchsnase gefällt mir dabei sehr …

Die Herkunft ist nicht klar, einige verorten diese in Frankreich vor 1600. Das Kalenderblatt, das aus dem USDA stammt und den Apfel unter „Alant“ sortiert, wurde 1900 von Deborah Griscom Passmore gemalt, als Herkunft des Apfels wird Österreich angegeben. Die Sorte war besonders in Norddeutschland verbreitet und für die Bepflanzung von Straßen empfohlen. Johann-Heinrich Rolff erwähnt in seinem Buch „Der Apfel“ außerdem eine Verbreitung in Böhmen und in der Bukowina.

Mir gefällt die walzenförmige Form sehr gut. Die geschmeidige, feine Schale ist gelblich-grün, beim Reifen wandelt sich das ins Zitronengelb. Auf der Sonnenseite bilden sich karmesinrote Streifen und Flecken, selbst beschattete Äpfel zeigen vereinzelte Streifen. Über den ganzen Apfel sind kleine Punkte in der Grundfarbe zu sehen. Der Duft der Schale sei, so Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF),“stark, gewürzt, melonenartig“.

Das gelbliche Fruchtfleisch ist fein, wird während des Reifens mürbe und ist „hinreichend saftig“. Oberdieck beschreibt den Alant „von delikatem sehr merklich zimmtartig oder alantartig gewürztem, durch einige Säure erhobenem Zuckergeschmacke“, Theodor Engelbrecht (1813-1892) ihn nennt in Deutschlands Apfelsorten (PDF) zudem „weinartig“. Er ist als Tafel- und Küchenapfel gut geeignet.

Die Fruchtgröße ist dabei sehr von der Bodenbeschaffenheit abhängig, bei grasigem Grund bleiben die Äpfel eher klein. Die Reife- und Lagerzeit wird ab Oktober (oder November) bis in den März hinein genannt. Allerdings schränkt Jens Meyer dies in seiner Beschreibung auf der empfehlenswerten Website „Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt“ ein: Heute wäre der Apfel nur noch bis Dezember haltbar. Auf der Seite wird auch auf die Möglichkeiten verwiesen, wie man Reiser erhalten kann.

2014 wurde der Schweizer Alant von der Vereinigung FRUCTUS zur „Schweizer Obstsorte des Jahres“ (PDF) gewählt. Dabei hatte man die Sorte, die in der Schweiz nur noch sehr selten zu finden war, genetisch mit dem in Deutschland zu findenden (und von mir beschriebenen) Alantapfel genetisch verglichen und festgestellt, daß die Schweizer Sorte einer eigenen Gengruppe zuzuordnen ist. In dem Faltblatt zum Schweizer Apfel sind beide Sorten abgebildet, ein Unterschied in der Grundfarbe ist zu sehen. Leider wird der Geschmack des Schweizer Exemplars nicht beschrieben.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und weil es beim BUND Lemgo wieder zahlreiche schöne Abbildungen gibt, empfehle ich einen Besuch der Sortenseite.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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