AdT: Gefleckter Goldapfel – und ein verhängnisvolles Urteil (30.04.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen, gefleckten Apfels; BUND Lemgo

Der gefleckte Goldapfel; ©BUND Lemgo

Zum heutigen Apfel des Tages, dem Gefleckten Goldapfel, gibt es im 2. Band von Johann Lexa von Aehrenthals „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 103f, erschienen 1836) einiges nachzulesen. Was auf dem Kalederblatt nicht sofort ersichtlich ist: Laut Lexa handelt es sich bei dem Apfel um einen ansehnlich großen, ungemein schönen, prahlenden Herbstapfel.

Die zart-geschmeidige Schale fühlt sich nicht fettig an – was für mich ein Pluspunkt ist. Vor dem Pflücken hat sie ein glänzendes Weißgelb, das sich beim Reifen in ein Zitronengelb wandelt. Auf der Sonnenseite treten viele starke Karmesinflecken auf. Stark braune Punkte sind ebenfalls sehr deutlich zu sehen. Die Schale hat einen schwachen Geruch und welkt nicht.

Das weiß-gelbliche Fruchtfleisch ist locker und körnig, saftig und hat einen zimt- oder alantartigen, weinhaften Zuckergeschmack. Der Apfel ist ab Ende Oktober genußreif und kann bis in den Januar hinein gelagert werden, dann verliert er langsam den Saft. Für Lexa ein Apfel von erstem Rang.

Nach Gustav v. Flotow (1789-1864), der den Apfel im „Illustrierten Handbuch der Obstkunde“ (PDF) vorstellt, hält Adrian Diel (1756-1839) ihn für eine holländische Sorte. Da der Apfel ein wenig anspruchsvoll sei, hätte er damals keine große Verbreitung gefunden. Auf gutem Boden sind die Früchte für Flotow sowohl als Tafel- als auch Wirtschaftsapfel von erstem Rang.

Ein lokales Schmankerl ist dem Pomologen Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) gelungen, der diese Sorte u.a. in Nienburg und Sulingen anbaute und vollkommene Früchte erhielt.

Und sonst:

Gemälde Sandro Botticellis, das drei Frauen und einen Mann, der einen goldenen Apfel in der Hand hält, zeigt
Sandro Botticellis „Urteil des Paris“

Natürlich mußte ich auch mal auf das Urteil des Paris kommen, bei dem ein Goldener Apfel auch eine Rolle spielte.

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