AdT: Rother Ramburger Apfel – die Welt ist klein (13.02.2018)

Historische Abbildung eines roten, in der Form platten Apfels; BUND Lemgo

Der Rothe Romburger, nach J. P. Mayer; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages taucht in der Literatur als Roter Winter-Rambour auf, sowohl bei Engelbrecht (PDF) als auch bei Oberdieck (PDF). Was ich bei dem Apfel, ähnlich wie beim gestrigen Brühler Kurzstiel, interessant finde, ist seine gedrungen-platte Form. Die so gar nicht in das heutige Bild vom schönen runden Apfel zu passen scheint. Ob die im Laden eine Chance hätten?

Erfreulich ist zu sehen, wie die Pomologen miteinander arbeiteten. Der bedeutende Pomologe Johann Georg Conrad Oberdieck* (1794-1880) gab mit Eduard Lucas (1816-1882) und Franz Jahn (1806-1867) das „Illustrierte Handbuch der Obstkunde“ heraus. Seinen Baum erhielt er von Adrian Diel (1756-1839), Diel bekam seinen wiederum 1803 von Johann Prokop Mayer, von dem auch die Abbildung stammt. Johann Georg Dittrich (1783-1842) hat wiederum die Beschreibung nach Diel gegeben. Und nebenbei widerspricht Oberdieck der Klassifikation von einem gewissen Zink, dessen Rother Rambour ein Sommerapfel sein müsse. Ob es in Pomologen-Kreisen schon manches Mal hoch hergegangen ist?

Der ab Dezember reife und bis zum Frühling lagerbare Apfel hat nach Oberdieck recht weißes feines Fruchtfleisch, das mürbe, saftig und von angenehm weinsäuerlichem, leicht rosenartigem Geschmack ist. Engelbrecht folgt dem in weiten Teilen:

Fleisch hellgrüngelblichweiss bis weisslich, ziemlich fein, mürbe, saftig, nicht deutlich gewürzt, fast ausschliesslich, doch nicht scharf weinig, nicht merklich süss.

Und sonst:

Heute nichts außer den gerade gefundenen Hinweis auf die Heilkraft von Äpfeln, u.a.:

Als Hausmittel absolut unentbehrlich, fördert der Apfel, wird er abends gegessen, den Schlaf. Ansonsten reinigt er die Bronchien und wirkt schleimlösend, auch bei verstopfter Nase. Zudem senkt er Fieber.

Dann werde ich mir jetzt noch einen kleinen Ap-Sacker genehmigen.

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* Daß Oberdieck 1831 Superintendent in Sulingen wurde, ist hier nur für ganz wenige Menschen interessant, zeigt mir aber, wie klein die Welt ist.

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