AdT: Rother Winterkalwill – ein letztes Mal (31.12.2018)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Roter Winterkalvill; ©BUND Lemgo

Der letzte Apfel des Tages ist der Rote Winterkalvill, auch Roter Himbeerapfel oder Wintererdbeerapfel. Es ist eine alte, vermutlich französische Apfelsorte. Die Abbildung stammt unverkennbar aus der Pomona Franconica von Johann Prokop Mayer (1737-1804).

Die Äpfel sind mittelgroß bis groß und zeigen die für Kalvillen typischen Rippen. Die Form ist rundlich bis hoch aussehend, zum Kelch hin verjüngt sie sich, wobei die Form bei unterschiedlichen Anbaubedingungen durchaus stark variieren kann. Auch wird die Farbe mit dem Alter des Baums intensiver.

Die glatte, feine Schale ist geschmeidig und rot verwaschen. Auf der Schattenseite zeigen sich dunklere Streifen, dazu kommen besonders in hellerem Rot feine helle Punkte. Über den ganzen Apfel läuft ein feiner weißlicher Duft. Bei beschatteten Früchten entwickelt sich allerdings kein Rot, die Schale zeigt dann ein bräunliches, schmutziges Grün.

Das weiße Fruchtfleisch zeigt unter der Schale eine deutliche rote Färbung. Es ist mürbe, nicht allzu saftig und hat bei wenig Sonne einen süßen, nicht sehr ausgeprägten Geschmack mit wenig Säure – er erinnert etwas Erdbeeren oder Himbeeren. Unter idealen, gut besonnten Bedingungen kann sich dagegen ein durchaus gewürzhafter Geschmack entwickeln.

Der Rote Winterkalvill wird Ende September gepflückt, ist im November genußreif, hält sich aber nur ein paar Wochen und wird dann mehlig. Er ist eigentlich ein guter Tafelapfel, der allerdings wegen seiner höheren Ansprüche an Lage und Boden, dem nicht immer hohen Ertrag und der Krankheitsanfälligkeit schon seit langem nur noch als Liebhabersorte gilt und wenig verbreitet ist. Als Spalierfrucht in geschützten Lagen, am besten mit Weinklima, kann sich der Anbau aber durchaus lohnen.

3 Antworten auf „AdT: Rother Winterkalwill – ein letztes Mal (31.12.2018)“

    1. Vielen Dank! Vielleicht möchte ja jemand anders dieses Jahr übernehmen. Die Quellen finden sich recht leicht, der BUND Lemgo hatte mir nach kurzer Anfrage das Einverständnis für die Nutzung der Abbildungen freundlicherweise erteilt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.