AdT: Unvergleichliche Reinette – kann ja jeder sagen … (22.03.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-grünen Apfels; BUND Lemgo
Unvergleichliche Reinette aus der Pomona Franconica; ©BUND Lemgo

Der Apfel des Tages heißt auch Nonpareille, Nonpareillerenette oder Reinette Non Pareille und ist wohl eine recht alte Sorte. Schon 1795 wurde er von Johann Caspar Schiller (1723-1796) beschrieben. Das zitiere ich mal vollständig, weil es einen ganz schönen Eindruck gibt, wie Schiller formuliert hat.

Ist ein mittelmässiger grosser Apfel, von etwas platter Form; und nach dem Buzen zu ein wenig zugespizt. Seine Schale ist rauh und in einem grünlichtgelben Grund, mehr oder weniger Blasbraun getüpffelt und gefleckt, so, daß er durchgehends meistens bräunlicht aussiehet. Sein Fleisch ist mild genug; von grünlichtgelber Farbe, und von lieblichem feinem Geschmack; daher er denn für einen der besten Winter-Tischäpfel zu halten.
Der Baum hat ein gutes Holz-Gewächs, und ist sehr tragbar.

Johann Prokop Mayer (1737-1804) beschrieb den Apfel zur selben Zeit in seiner Pomona Franconica etwas ausführlicher.

Die sehr glatte Schale ist zur Erntezeit grün, auf der Sonnenseite etwas kräftiger und zeigt kleine braune Punkte. Im Laufe des Reifens wandelt sich die Farbe in Gelb und schließlich zu einem Zitronengelb. Es gibt dunkelgraue oder auch hellbraune Flecken, die klein oder groß auftreten können. Mit zunehmender Lagerung wird die Schale runzlig, das eigentlich saftige Fruchtfleisch mehlig. Im Geschmack ist er reinetten-typisch, mit leichter Säure und etwas gewürzt, allerdings nicht ganz so ausgeprägt weinig.

Mayer vermutet, daß der Apfel in England* besser als in Frankreich oder in Deutschland gedeiht, schätzt ihn daher – wohl im Gegensatz zu Schiller – eher als 2. Ranges ein. Ab Mitte Dezember genußreif, soll er sich bis in den März halten.

Beim Boden ist der Baum etwas anspruchsvoll.

Und sonst:

Apfelsorten mit dem „Unvergleich“, „Nonsuch“ oder Nonpareille“ im Namen gibt es einige. In Frankreich gibt es allerdings noch eine Nascherei mit dem Namen „Nonpareille“: die „Liebesperlen“ oder Zuckerstreusel werden dort so genannt. Gesünder sind aber auf jeden Fall die Obst-Namensvetter …

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* Wir hatten hier ja schon den englischen Nonpareille d’Angleterre oder auch Ribston’s Pepping.

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