AdT: Von Elsner’s Calvill – seltene Bücher (10.03.2018)

Historische Abbildung eines rot-gelblichen Apfels; BUND Lemgo
Von Elsner’s Calvill, aus Rudolf Stolls „Österreichisch-ungarischer Pomologie“; ©BUND Lemgo

Unter dem Namen Wilhelm Von Elsners Sämling habe ich den heutigen Apfel des Tages im Apfel-Buch von Johann-Heinrich Rolff und ausführlicher in der „Österreichisch-ungarischen Pomologie“ des österreichischen Pomologen Rudolf Stoll (1847-1913) gefunden.

Der Apfel wurde als Sämling von Martin Elsner von Gronow in Kalinowitz / Oberschlesien gezogen, der ihn nach seinem Vater Wilhelm benannte. Rudolf Stoll hatte 1882 als erster den Apfel beschrieben. Die für die Kalvillen (von denen es ja schon einige im Kalender gab) typischen Rippen zeigen sich auch bei diesem Apfel deutlich. Wie auf der Abbildung erkennbar, wächst er etwas ungleichmäßig.

Die Schale ist fein und glatt, im Verlauf des Reifens wird sie glänzend fettig. Auch die Farbe ändert sich von grünlich-gelb zu einem schönen Zitronengelb; auf der besonnten Seite zeigt sich zudem ein verwaschenes Zinnoberrot. Punkte sind ebenfalls erkennbar.

Das saftige, kräftige duftende Fruchtfleisch ist weißlichgelb, fein, mürbe, etwas „abknackend“, hat einen gewürzreichen, schwach erdbeerartigen (!) und süßsäuerlichen Geschmack.

Der Apfel ist von Ende November bis in den März hinein genußreif und als Tafelapfel von erstem Rang. Stoll empfiehlt den Anbau des Apfels, zumal der Baum selbst gegen strengen Frost unempfindlich sei.

Und sonst:

Stolls Werk, die „Österreichisch-ungarische Pomologie“, war bei Erscheinen teuer und ist heute nur selten erhalten. Die erste Auflage ist in Deustchland nur einmal, die zweite gar nicht nachgewiesen. Umso erfreulicher, daß die zweite Auflage bei der Deutschen Gartenbaubibliothek digital einsehbar (PDF) ist.

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