AdT: White Pearmain – vielleicht noch älter? (02.03.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen Apfels; USDA

Der White Pearmain, 1905 von Amanda Almira Newton in Fresno County, Kalifornien; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages ist eigentlich ein US-Apfel: Auch bekannt als White Winter Pearmain, Cambellite oder Griffin’s Pearmain, ist der White Pearmain seit Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA verbreitet. Wobei die Anbaugebiete unterschiedlich benannt werden: Er soll aus dem Osten stammen, in den „Apples of NY“ wird dagegen der Mittlere Westen von Ohio bis Kansas genannt.


Wie schon beim Luiken scheint auch der White Pearmain etwas wählerisch mit der Umgebung zu sein, vom Anbau im Staat New York wird abgeraten, weil er dort nicht so gut gedeiht. Im Süden und auch in Kalifornien soll er dagegen gut wachsen.

Nach John Aston Warder (1812-1883) soll der Apfel von frühen Pomologen „im Sattel“ nach Indiana gebracht worden sein. 1858 wurde der Apfel von der Amerikanischen Pomologischen Gesellschaft als White Winter Pearmain registriert, 1897 wurde er zum White Pearmain umbenannt.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß mit einer glatten, wachsartigen, grünlich-gelben Haut mit Sprenkeln; auf der Sonnenseite kann es eine rötlich Färbung geben. Der Apfel ist ein sehr guter Dessertapfel, das saftige Fleisch ist weiß oder gelblich, aromatisch, zart, knackig und feinkörnig, mit leicht süßsäuerlicher Note. Er reift von September bis Oktober und kann bis in den März hinein gelagert werden.

Beim USDA gibt es 14 unterschiedliche Illustrationen, daher habe ich auch noch ein rotes Exemplar herausgesucht, das vermutlich eine ausgeprägte Sonnenseite zeigt.

Historische Abbildung eines rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der White Pearmain, 1908 von Deborah Griscom Passmore in Riverside County, Kalifornien; ©USDA

Die Künstlerinnen

Die Künstlerin

Amanda Almira Newton (ca. 1860-1943) arbeitete von 1896 bis 1928 als Illustratorin für das USDA. Sie war eine der produktivsten Mitarbeiter*innen (von denen es über 50 gab), mehr als 1.200 Aquarelle sind in der Sammlung erhalten. Außerdem hat sie rund 300 Wachsmodelle von Früchten hergestellt. Die Illustrationen und Wachsmodelle sollten vor allem den Obstbauern, die in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Plantagenbetrieb begannen, als Anschauungsmaterial dienen.

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

Und sonst:

Es wird behauptet, der White Pearmain sei der älteste bekannte englische Apfel aus dem Jahre 1200. Aber außer dieser Behauptung finden sich keine Belege – die ich doch bei britischen Züchtern erwarten würde.

Beim Pearmain hört man die im Deutschen bekannte Parmäne; die Bezeichnung stammt von frz. permaine ab, die weitere Herkunft ist unklar. Beim Duden wird spekuliert, daß es sich von „Apfel aus Parma“ herleiten könnte. Mal sehen, ob es bei den in diesem Jahr noch auftauchenden Parmänen mehr Informationen gibt.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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