AdT: Wilder Apfel – reingelegt! (10.06.2018)

Historische Abbildung zweier grün-gelber Äpfel an einem Zweig mit Blättern; Verlag Hermann Schmidt

Wilder Apfel?
aus dem Kalender „An Apple a Day“, mit frdl. Genehmigung des Verlags Hermann Schmidt

Uih uih uih – da bin ich aber ganz schön reingefallen. Laut Kalender stammt der heutige Apfel des Tages, der Wilde Apfel, aus Rudolf Stolls „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“. Dort habe ich ihn mit der Suche nicht gefunden, auch die Bildtafeln brachten mich nicht weiter.

Beim BUND Lemgo findet sich kein Wild(er) Apfel. Was mich aber auch stutzig machte: Stoll hat einen ganz anderen Abbildungsstil. Das Kalenderblatt erinnerte mich eher an die Abbildungen aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878), bei denen häufig Linien im Schattenbereich zu sehen sind. Und es werden immer mal wieder Äpfel am Ast mit Blattwerk gezeigt – auch das fehlt bei Stoll völlig.

Und dann klickerte es doch noch, und aus dem Wilden Apfel wurde der Wildapfel wurde der Holzapfel, der Malus sylvestris. Diese frühe Form der Apfelgewächse ist wahrscheinlich eine Stammform unseres Kulturapfels (Malus domestica), der bisher immer Gegenstand der Abbildungen ist. Es ist relativ schwierig, den Holzapfel von verwilderten Formen der Kulturäpfel zu unterscheiden. Möglicherweise sehen wir auf dem Kalenderblatt auch nur eine verwilderte Sorte, auch wenn die ausgeprägten Kelchblätter auf einen Holzapfel hindeuten. Ohne die Beschreibung des Autors ist das für mich nicht festzumachen.

Der Holzapfel ist seit dem Aufkommen des Kulturapfels sehr stark verdrängt worden. Seine kleinen, meist auch sehr harten Früchte sind als Lebensmittel nicht wirklich attraktiv, allerdings sollen sie gedörrt oder gekocht durchaus genießbar sein. Und in Gestecken finden sich die kleinen Früchte auch häufiger. Was ich ganz interessant finde: Auf der Schwäbischen Alb werden kleine Mengen von Holzäpfeln Apfelsäften zugesetzt, um eine würzige Note hereinzubringen.

Und sonst:

Ein bißchen fühlte ich mich bei diesem Artikel wie mein Held des Alltags, Bernd das Brot, wenn es für ihn mal wieder kein Entkommen gab.

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