AdT: Garreston Early – der frühe Apfel … (19.01.2022)

Historische Abbildung eines grünen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Garreston Early; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Garreston Early, die Abbildung hat Mary Daisy Arnold auf der Farm von Benjamin Buckman in Sangamon, Illinois, im Juli 1913 angefertigt. Da macht der Apfel dem „Early“ in seinem Namen alle Ehre, das ist dann wirklich ein früher Apfel.

Zu der Sorte hatte ich erst mal nichts gefunden, weder in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ noch in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“. Auch die Apples of New York hatten ihn nicht im Verzeichnis.

Immerhin verzeichnete Benjamin Buckman, zu dem ich noch einen eigenen Artikel schreiben werde, den Apfel sowohl in seinem Bestandsregister der Äpfel von 1901 als auch in dem von 1913.

Über die englische Wikipedia fand ich einen Hinweis auf John Aston Warder (1812-1883), der sich besonders für die Aufforstung der Great Plains eingesetzt hatte. In seiner American Pomology, die 1867 in New York veröffentlicht wurde, schreibt er tatsächlich etwas zum Garreston Early.

Die Sorte soll aus New Jersey stammen. Der kräftige Baum sei ein früher und reicher Träger. Die mittelgroßen, kugelig-abgeflachten Äpfel waren etwas kantig. Die glatte Schale sei hellgelb, was etwas von der Abbildung abweicht; Zudem gibt es weißliche Punkte.

Das weiße Fruchtfleisch ist brechend, zart und saftig. Der Geschmack hat eine angenehme milde Säure, Warder nennt ihn einen guten Tischapfel. Die Saison ist Juli und August.

Die Künstlerin

Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) gehörte (seit 1904) wie Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den wichtigen Illustrator*innen beim US Department of Agriculture. Über ihr Leben weiß man nicht viel, da Unterlagen über sie von vor 1921 vernichtet wurden.

Und sonst:

Das Statistische Bundesamt meldet, daß 2021 in Deutschlands Obstplantagen rund 1 Millionen Tonnen Äpfel geerntet wurden. Das sind 1,8 % weniger als 2020, aber um 4,6 % mehr als im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2020.

Beim Streuobst sah es laut NABU dagegen anders aus: Wurden 2020 noch 900.000 Tonnen geerntet, waren es 2021 nur 400.000 Tonnen. Was ich, gemessen an der „Industrie“-Ernte, immer noch enorm finde. Der Rückgang liegt auch daran, daß Obstbäume nur alle zwei Jahre reiche Ernte bringen.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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