AdT: Hartapfel (21.07.2022)

Historische Abbildung eines grünlichen, eines rötlichen, eines aufgeschnittenen Apfels sowie eines stilisierten Blattes; BUND Lemgo

Hartapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Hartapfel, es gab im Blog bereits den Roten Hartapfel. Die Abbildung stammt aus Band 1 (Äpfel) von „Unsere besten deutschen Obstsorten“, der zwischen 1914 und 1930 in sechs Auflagen erschien.

Es handelt sich um eine Lokalsorte aus der Gegend von Wetzlar, die besonders in der Stadt Wetzlar sehr verbreitet war. Sie wird dort auch Eckbepler genannt, die Sorte gibt es auch heute noch, wie einem Artikel aus dem Herbst 2021 zu entnehmen ist. Die Sorte wurde erstmals 1913 durch den Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar erwähnt, die Erstbeschreibung gab es 1923 in „Unsere besten deutschen Obstsorten“.

Die großen bis sehr großen Äpfel sind in der Form sehr unterschiedlich, sie können höher als breit, breiter als hoch oder auch regelmäßig sein.

Die glatte, dünne Schale ist am Baum grün und wird später hellgelb. Besonnte Früchte können ein kräftiges Dunkelrot und kurze Streifen entwickeln, Schattenfrüchte nur wenige, kurz abgesetzte hellrote Streifen. Es gibt zahlreiche, recht große Rostpunkte. Die Schale hat einen kräftigen Duft.

Das schwach gelbliche Fruchtfleisch ist ziemlich locker, der reichlich vorhandene Saft hat einen weinsäuerlichen Geschmack.

Infolge seiner Größe und Schönheit wurde der Hartapfel als gute Marktfrucht empfohlen, er gibt ein sehr wohlschmeckendes Apfelmus und eignet sich gut zum Backen.

Allerdings war wegen der dünnen Schale und wegen des weichen Fruchtfleisches bei der Ernte und beim Versand Sorgfalt geboten. Es wird daher vermutet, daß sich der Name Hartapfel von der Härte des Holzes ableitet.

Die Bäume werden groß, ihre Tragbarkeit tritt spät ein, ist dann aber sehr regelmäßig und groß. Der Baum gedeiht am besten auf schwerem Boden; auf leichtem Boden ist zwar die Tragbarkeit auch gut, doch bleiben die Bäume hier klein und werden nicht so alt. Tal- und mittlere Höhenlagen sagen der Sorte am meisten zu. Das große, robuste Laub ist widerstandsfähig gegen Schorf, ebenso die Frucht; allerdings neigt das Holz etwas zu Krebs. Bei jüngeren Bäumen werden manchmal einzelne Früchte glasig, doch verliert sich dies mit zunehmendem Alter.

Und sonst:

Ned vergesse: Wetzlar!

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