AdT: Royal Red (28.03.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Royal Red; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Royal Red. So steht es jedenfalls auf der Abbildung, die Amanda Almira Newton 1904 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt hat. Der Apfel stammte aus dem St. Francois County, Missouri, das am nördlichen Rand des Ozark-Plateaus liegt (über dessen Wichtigkeit für den Apfelanbau ich schon mal etwas geschrieben hatte).

In Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ findet sich ein Hinweis auf Varietäten des Limbertwigs, die der Baptisten-Priester und Teilzeit-Obstbauer Henry Morton in der Nähe von Gatlinburg, Tennessee angebaut hatte. Morton hatte rund 40 Varietäten des Limbertwigs gezüchtet, darunter auch einen Royal Red. Erfreulicherweise gibt es diese Sorte noch heute, eine Beschreibung findet sich z.B. Orange Pippin. Die dortige Beschreibung

Red and greenish yellow with stripe and white dots

paßt allerdings nicht wirklich zu unserem heutigen dunkelroten Apfel. Allerdings gibt es auch noch einen Hinweis auf den Rome Beauty – Royal Red soll ein Synonym sein. Was sich so auch in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ findet.

Daher bitte hier entlang zur Beschreibung des Rome Beauty.

Die Künstlerin

Amanda Almira Newton (ca. 1860-1943) arbeitete von 1896 bis 1928 als Illustratorin für das USDA. Sie war eine der produktivsten Mitarbeiter*innen (von denen es über 50 gab), mehr als 1.200 Aquarelle sind in der Sammlung erhalten. Außerdem hat sie rund 300 Wachsmodelle von Früchten hergestellt. Die Illustrationen und Wachsmodelle sollten vor allem den Obstbauern, die in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Plantagenbetrieb begannen, als Anschauungsmaterial dienen.

Und sonst:

Bei „Rome Beauty“ fiel mir Nanni Morettis Film „Caro Diario“ ein, in der er viel mit seiner Vespa durch Rom fährt. Was allerdings nicht das Touri-Rom ist. Die Sequenz, in der er zum Ort fährt, an dem Pier Paolo Pasolini ermordet wurde, finde ich schon beeindruckend. Nicht, daß ich auf dem aktuellen Stand der internationalen Filmproduktion wäre, aber ich glaube, solche Szenen würden heute wohl nicht mehr gedreht werden.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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