AdT: Turn Off Lane (22.03.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Turn Off Lane; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages hat den interessanten Namen Turn Off Lane, das Exemplar aus Cumberland, New Jersey, wurde im März 1915 von jemand mit dem Namen M. Strange für das USDA angefertigt.

M. Strange: Dieser Name ist mir bei der USDA heute zum ersten Mal begegnet, leider habe ich auf Anhieb keine Informationen gefunden. Im Umfeld anderer Berichte über Illustratorinnen taucht „M. Strange“ nicht auf. Und auch Mari Kramer nennt ihn in ihrem ausführlichen Artikel „Meet the Women Illustrators of the Pomological Watercolor Collection“ in Ladyscience nicht. Insgesamt gibt es bei der USDA 47 sehr schöne Abbildungen von „M. Strange“.

Beim Blick in das Inhaltsverzeichnis der Apples of New York hoffte ich auf eine „gmahde Wiesn“, denn dort findet sich ein Eintrag zum Turn Off Lane, was ein Synonym für den Cole’s Quince sein soll. Also mal schnell übersetzt:

Dies ist eine sehr gute Sorte für den Hausgebrauch, die von einigen New Yorker Obstbauern als ziemlich profitabel in kommerziellen Obstplantagen angesehen wird. Die Frucht ist groß, eckig, gelb mit weißem, aromatischem Frucht …

Moment! „Gelb“? Das würde ich bei der Abbildung nun nicht gerade sagen. Und es wird auch noch Cole selbst zitiert:

„Frucht groß bis sehr groß; flach-konisch; gerippt; leuchtend gelb, …“

„gerippt; leuchtend gelb“? Tja, das war sie dann wohl doch nicht.

Doch in den 1896 erschienenen „Varieties of Apples“ von Thomas Jonathan Burrill (1839-1916) wird ein anderer „Turn Off Lane“ erwähnt:

Drei Bäume wurden gepflanzt, einer ohne Namen. Alle Bäume waren gesund, als sie herausgenommen wurden. Frucht, klein bis mittelgroß, abgeflacht kegelförmig, rot gestreift, angenehme leichte Säure, sehr gute Qualität. Durch den Winter haltbar. Die Sorte hat viermal einige Äpfel und dreimal gute Ernten getragen.

Und auch in Andrew Jackson Downing (1815-1852) 1860 veröffentlichtem „The fruits and fruit trees of America“* gibt es einen kurzen Hinweis:

Herkunft: Salem, New Jersey. Mittel oder unten abgeflacht, gelb, rot gestreift; lebhafter, spritziger Geschmack. Er wird dort als guter Lagerapfel geschätzt.

Zu so einem roten, gelb gestreiften Apfel mit lebhaftem, spritzigem Geschmack würde ich nicht nein sagen.

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* Das Buch heißt vollständig „The fruits and fruit trees of America; or, The culture, propagation, and management, in the garden and orchard, of fruit trees generally“

© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

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