AdT: Zitzen-Reinette (23.04.2018)

Historische Abbildung eines rötlichen Apfels; BUND Lemgo

Die Zitzen-Reinette, nach Stoll; ©BUND Lemgo

Rudolf Stoll (1847-1913) hat den heutigen Apfel des Tages, die Zitzen-Reinette, in seinem Werk „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“ abgebildet und beschrieben. Zunächst zitiert er Adrian Diel (1756-1839) ausführlich.

Die Sorte wird auch als Reinette de la Chine gehandelt, nach Diel stammt sie aber nicht aus China. Vielmehr nimmt er an, daß diese Bezeichnung wegen der besonderen Kelchform entstanden sei. Diel gab der Sorte wegen der Erinnerung an eine Brustwarze den Namen Zitzen-Reinette. Zumal auch andere Pomologen verschiedene Sorten wegen dieser Ähnlichkeit einen solchen Namen gaben. Wobei Diel mal wieder verbal auf Johann Prokop Mayer (1737-1804) einschlägt, dessen (hier schon beschriebener) Großer Zitzenapfel „nur alle Aehnlichkeit gänzlich fehlt“.

Stoll fand die Sorte auf Wiener Ausstellungen häufig, allerdings „unter ganz willkürlichen Bezeichnungen“. Die Gestalt scheint auch etwas variabel zu sein: meist ist es ein halbkugelförmiger, regelmäßig gebauter Apfel, der aber auch plattrund sein kann.

Die fein-raue Schale hat ein helles Zitronengelb als Grundfarbe, das aber von einem hellzimtfarbigen Rost beinah gänzlich überzogen ist. Theodor Engelbrecht (1813-1892) nennt den Rost in Deutschlands Apfelsorten (PDF) allerdings „graubraun“. Auf der Sonnenseite kann es zudem leichte rötliche Streifen geben. Zahlreiche hellgraue Punkte gibt es ebenfalls.

Das gelblichweiße Fruchtfleisch ist unter der Schale leicht grünlich, fein, etwas fest und saftig, der Geschmack ist gewürzhaft-weinartig süß. Der sehr wohlschmeckende Apfel sollte spät gepflückt werden, ist im Dezember reif und läßt sich bis in den Mai lagern, welkt dann aber schnell. Da der Baum reich trägt, empfiehlt Stoll seinen Anbau in jedem Garten.

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