AdT: Jacob Lebel (29.05.2022)

Historische Abbildung von drei gelblich-grünen Äpfeln am Ast mit Blättern und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo
Jacob Lebel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Jacob Lebel, die schöne Abbildung stammt wieder einmal aus der zwischen 1905 bis 1930 erschienenen Loseblattsammlung „Deutschlands Obstsorten“, die immer wieder mit wirklich schönen Illustrationen aufwartet. In der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo gibt es zahlreiche Abbildungen der Sorte. Sie wird auch als „Jakob Lebel“ oder „Jacques Lebel“ bezeichnet, und das deutet die Herkunft an.

Der Entdecker der Sorte war eben ein Jacques Lebel, der die Sorte als Zufallssämling um 1825 in Amiens zog. 1849 brachte die Baumschule Leroy aus Angers sie in den Handel. Es ist die dritte Sorte, die 1922 auf einer Tagung der Deutschen Obstbau-Gesellschaft in Eisenach mit dem Bohnapfel und dem Ontario zu den drei Reichsobstsorten gewählt wurde. Da damit das Sortenspektrum vereinheitlicht werden sollte, kamen nur widerstandsfähige, gutschmeckende und wirtschaftlich geeignete Sorten in Frage. Das Programm wurde allerdings nicht nennenswert umgesetzt.

Die Äpfel sind mittelgroß bis groß, etwas unregelmäßig, dabei etwas abgeflacht. Auf der Abbildung sind die Kanten, die sich über den Apfel hinziehen, gut zu erkennen. Die fettige Schale ist zunächst gelblich-grün, wie es bei den zwei Äpfeln am Ast zu sehen ist; beim Reifen wandelt sich das zu einem Gelb oder hellen Orange, wobei auf der Sonnenseite rote Streifen entstehen können. An der Stielgrube kann sich vereinzelt sich Rost bilden.

Das gelblich-weiße Fruchtfleisch kann auch etwas ins Grünliche gehen. Es ist sehr saftig, kann allerdings auch mürbe bis mehlig werden. Es ist eine leichte Säure vorhanden; nur in der Beschreibung von Oberdieck (PDF) habe ich „von edlem weinartigem Zuckergeschmacke, fast süßem Weingeschmacke“ gelesen, sonst geht es eher in Richtung „ohne Würze“. Der Jakob Lebel wurde früher gern zum Backen (auch in großem Stil in Bäckereien) und zur Mostherstellung verwendet, als Tafelapfel wurde er nicht so häufig verwendet.

Geerntet werden kann ab Mitte September bis Oktober; wenn der Apfel vom Baum gegessen werden soll, empfiehlt sich eine späte Ernte. Im Kühllager kann der Apfel bis Januar halten, ohne besondere Lagerung deutlich kürzer.

Der Baum kann durchaus guten Ertrag bringen, ist nicht besonders anspruchsvoll, kann aber anfällig gegen Holzfrost und Schorf sein.

Und sonst:

Zum Apfelnamen gibt es natürlich den französisch-deutschen Kinderklassiker, den das A-cappella-Ensemble Mundwerk ganz schön interpretiert. Und beeindruckend-anrührend finde ich immer wieder den 3. Satz aus Gustav Mahlers 1. Sinfonie, in dem das Motiv auftaucht.

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