AdT: Brühler Grüner Kurzstiefel – ein Apfel aus der Umgebung (03.08.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; BUND Lemgo

Der Brühler Kurzstiel; © BUND Lemgo

Nicht, daß ich es für unmöglich hielte, es könne auch „Stiefel-Äpfel“ geben. Aber der heutige ist dann doch der Brühler Grüne Kurzstiel (oder nur Brühler Kurzstiel). Die Abbildung stammt aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) im 2. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 9f, erschienen 1842). Er beschreibt die Sorte recht ausführlich.

Der platt-runde, ansehnliche Brühler Grüne Kurzstiel ähnelt in der Form dem roten Königlichen Kurzstiel, ist aber deutlich größer.

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AdT: Scarlet Beauty (02.08.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Scarlet Beauty; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Scarlet Beauty, die Abbildung hat Elsie Lower 1909 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt. Der Apfel, der der einzige in der Sammling ist, stammte laut Datenbank aus dem St. Lawrence County im Bundesstaat New York. Allerdings lese ich auf der Abbildung Steuben County, der ebenfalls im Staat New York, aber doch etwas entfernter liegt.

Leider habe ich nichts zu der Sorte gefunden, weder in den Apples of New York noch in Creighton Lee Calhouns Old Southern Apples oder in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch Apples of North America – 192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“. Nichts in den Protokollen der Versuchsstation in Rosslyn, und selbst in der List of fruit varieties von Benjamin Buckman, in der sich sonst fast alles an seltenen Apfelsorten findet: kein Hinweis. Also ein weiterer unbekannter Apfel.

Die Künstlerin:

Elsie E. Lower (1882-1971) gehörte wie Mary Daisy Arnold, Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den Illustrator*innen beim USDA. Die Abbildung stammt aus dem Jahr 1906.

Später zog sie mit ihrem Mann, dem Pomologen Carl Stone Pomeroy, nach Kalifornien, wo sie zur “California Scene Painting“-Bewegung gehörte. Von ihr sind in der USDA Pomological Watercolor Collection 287 Dokumente erhalten.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Gravensteiner (01.08.2022)

Historische Abbildung von zwei gelben Äpfeln mit kleinen roten Streifen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Gravensteiner; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Gravensteiner, der auch als Blumenkalvill, Paradiesapfel und Sommerkönig bekannt ist. Die Abbildung stammt aus Band 1 (Äpfel) von „Unsere besten deutschen Obstsorten“, der zwischen 1914 und 1930 in sechs Auflagen erschien.

Alles weitere zum Gravensteiner bitte im früheren Beitrag nachlesen.

Ich wünsche einen guten Start in den August – so langsam kommen ja auch die ersten Äpfel der neuen Ernte(n) an die Obststände.

Endlich: die neue Ernte ist da!

rote und grüne Äpfel liegen auf einem Holztisch

Links der rote Akane, rechts der überwiegend grüne Hana

Heute war ich auf dem Ökomarkt am Rudolfplatz, um mal nach Äpfeln aus neuer Ernte zu schauen. Und wie schon im vergangenen Jahr wurde ich am Stand von Haus Bollheim fündig. Vier rote Akane und vier eher grüne Hana kamen mit nach Hause.

Mir schmeckt der säuerliche Hana sehr gut, der eine leicht fruchtige Süße und eine kräftige Säure hat. Ohne Schale schien er etwas zahmer.

Der rote Akane hat hier eine Liebhaberin eher süßer Äpfel gefunden. Er schmeckt mir auch nicht schlecht, aber ein bißchen fehlt mir der Geschmacks-Flash des Hana. Das hat auch sein Gutes: So gibt es keinen Streit.

Beide Sorten sind nicht besonders lange lagerfähig – aber nach der langen apfellosen Zeit hält bei mir eh kein Apfel sehr lange …

Beim ursprünglich in Japan gezüchteten Akane finde ich wieder einmal den Zeitraum von der Züchtung 1937 bis zur Markteinführung 1970 erstaunlich.

AdT: Gay’s Reinette (31.08.2018)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels, dazu Blüte und Blätter;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank
Gay’s Reinette nach Wilhelm Lauche; ©BUND Lemgo

Die Kalenderabbildung stammt aus Rudolf Stolls „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“. Aber da wir gerade gestern schon die Scharlachparmäne aus Stolls Werk hatten, habe ich mich für Gay’s Reinette aus der „Deutschen Pomologie – Äpfel und Birnen“ (1882-1883) von Wilhelm Lauche (1827-1883) entschieden. Die Abbildung gefällt mir auch deutlich besser. Diese wird auch bei Stoll erwähnt.
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AdT: Scharlachparmäne (30.08.2018)

Historische Abbildung eines roten Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Scharlachparmäne; ©BUND Lemgo

Die Abbildung zum heutigen Apfel des Tages zeigt die Scharlachparmäne aus Rudolf Stolls „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“. Es handelt sich (endlich mal wieder) um eine englische Sorte, die schon vor 1860 bekannt war und als Scarlet Pearmain, Bell’s Scarlet, Sigler’s Red, Scharlachrother birnförmiger Apfel und Hood’s Seedling bekannt war. Sie war früh vom Deutschen Pomologen-Verein empfohlen worden und daher in Deutschland weit verbreitet.
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AdT: Arnold? Welcher Arnold? (28.08.2018)

Historische Abbildung eines gelb-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Der eine Arnold; ©USDA

Leider ist der heutige Apfel des Tages, der Arnold, ein etwas unsicherer Kandidat. Creighton Lee Calhoun weist in seinem Buch „Old Southern Apples“ darauf hin, daß es eine Arnold-Sorte gibt, die aus Ontario, Kanada, stammt. Und eine weitere aus dem Süden, die vor 1900 auf der Farm von Rollins Evans in Kinney’s Bottom im Lewis County, Kentucky, entstand. Zu dieser hat er aber keine Angaben, findet auch keine Katalog-Einträge.

In den Apples of New York gibt es eine Beschreibung der kanadischen Sorte. Die Sorte wurde von Charles Arnold in Paris, Ontario, als Kreuzung des Northern Spy mit dem Wagenerapfel und dem Esopus Spitzenberg gezüchtet. Nach einem Bericht soll die Frucht farblich zu hell und zu empfindlich für die Vermarktung gewesen sein, für den Eigenanbau aber durchaus vielversprechend.
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AdT: Kasseler Reinette (26.08.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels am Zwieg mit Blättern, ausßerdem der Kelch als Detail und ein aufgeschnittener Apfel; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Große Kasseler Reinette; ©BUND Lemgo

Der heute Apfel des Tages ist die Große Kasseler Renette, die zu den Goldrenetten gehört. Die Abbildung stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878). Bekannt ist sie auch als

Christs Goldrenette, Deutsche Goldrenette, Dutch Mignon, Echte Kasseler Renette, Gestreifter Würzapfel, Goldströmling, Holländische Goldrenette, Kronenrenette oder Paternosterapfel.

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AdT: Pharr Seedless (25.08.2018)

Historische Abbildung eines roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Pharr Seedless, 1905 von Deborah Passmore in Waynesville im Haywood County, North Carolina gezeichnet; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Pharr Seedless, ist sehr Ende-der-arbeitsreichen-Woche-freundlich. Er findet sich nur in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“, dort nur mit einem kurzen Eintrag und dem Vermerk, daß Calhoun ihn auch in keinem Katalog gefunden hat.
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