AdT: Mager’s Weisser Winter-Taubenapfel (08.01.2018)

Eine Taube sitzend, von der Seite fotografiert; @ CC01

Der Apfel des Tages ist dann aber wohl doch Mayer’s Weisser Winter-Taubenapfel – da dürfte den Kalendermachern nur ein Flüchtigkeitsfehler beim Fraktur-Lesen unterlaufen sein.

Auch „Täubling“ genannt, ist es eine sehr alte Liebhabersorte, in Frankreich unter „Pigeon“ oder „Pigeonnet“ bekannt. Die Reifezeit liegt im Dezember, der Apfel kann bis in den März gelagert werden.

Theodor Engelbrecht (1813-1892), der als einer der bedeutendsten deutschen Pomologen des 19. Jahrhunderts gilt, beschreibt den Weißen Winter-Taubenapfel als

weiß, fein, saftig, bittermandelartige Würze, ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis

– das trifft auch auf den Roten Winter-Taubenapfel zu. Und läßt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Ein Blick in das Grimm’sche Wörterbuch bestätigt meine Idee, wie es zu der Namensgebung kam:

TAUBENAPFEL, m., franz. pigeon, ein rosenapfel mit einigen gelben punkten (‚die wegen ihres bläulichen duftes zuweilen ein schillern der farben, wie man es an der brust mancher tauben findet, veranlassen‘

Beim Fundus Agri-Cultura Alpina findet sich noch eine andere Erklärung:

Die Benennung erfolgte nach dem Geruche, indem Aufbewahrungsräume, mit Taubenäpfeln gefüllt, taubenschlagähnlichen Geruch verbreiten.

Da halte ich es doch lieber mit den Grimms 🙂

Und sonst:

Aber es gibt auch das rumänische Märchen vom Versöhnungsbaum, dessen Früchte aus anderem Grund Taubenäpfel genannt werden.

Und das Museum Wiesbaden zeigt(e) bis zum 28. Januar 2018 noch eine interessante Ausstellung zur Pomologie!

Merke: Der Apfel in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach!

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