AdT: Danziger Kantapfel (18.09.2022)

Historische Abbildung eines Zweigs mit Blättern daran zwei rot-gelbliche Äpfel, außerdem ein aufgeschnittener Apfels; BUND Lemgo

Danziger Kantapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Danziger Kantapfel, die schöne Abbildung stammt aus der zwischen 1905 bis 1930 erschienenen Loseblattsammlung „Deutschlands Obstsorten“, die immer wieder mit wirklich schönen Illustrationen aufwartet. In Deutschland wurde er viel angebaut, was die zahlreichen Abbildungen in der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo belegen.

Die Sorte ist auch unter anderen Namen bekannt, so als Bentleber Rosenapfel, Braunroter Himbeerapfel, Großer Roter Herbstfaros, Roter Liebesapfel und als Florentinerapfel. Beim letzten Eintrag habe ich etwas ausführlicher zu der Sorte geschrieben, daher bitte dort (und bei den anderen verlinkten Beiträgen) nachlesen.

Und sonst:

Zum Sonntag verlinke ich auf das Video Kant in 5 Minuten, in dem Dr. Manfred Geier zum „Kategorischen Imperativ“ Immanuel Kants spricht. Ich hatte während meines Studiums einige Vorlesungen bei Dr. Geier gehört, was durchaus ein Vergnügen war. Dieses Vergnügen kann vielleicht bei seinem längeren Vortrag zum Thema „Intensität des Philosophierens: Glücksgefühle und Niederlagen. Vier Fallbeispiele“ nachempfunden werden (nach 10 Minuten wird der Ton „repariert“).

AdT: Sweet Fam(e)use No. 2 of St. Hilaire (17.09.2022)

Historische Abbildung eines grünlich-roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Sweet Fam(e)use No. 2 of St. Hilaire ; © USDA

Beim heutigen Apfel des Tages dürfte in der Datenbank der Pomological Watercolor Collection des USDA ein Erfassungsfehler vorliegen, denn auf der Abbildung ist deutlich „Fameuse“ zu lesen. Und es gibt neben dem Sweet Fam(e)use No. 2 of St. Hilaire auch einen Sweet Fameuse.

Den Apfel des Tages hatte Deborah Passmore im Jahr 1900 für die Sammlung dokumentiert, das Exemplar kam aus Burlington im Chittenden County, Vermont.*

Zu beiden Äpfel habe ich nicht wirklich etwas gefunden. In der Versuchsanstalt von Rosslyn im Arlington County, Virginia, findet sich zum Sweet Fameuse nur ein recht knappes Protokoll, in dem u.a. auf das nicht so weiße Fruchtfleisch wie beim Fameuse hingewiesen wird. Da es von eben diesem Fameuse einige Varietäten gibt, vermute ich, daß auch der „Sweet Fameuse No. 2 of St. Hilaire“ (puh, was für ein Name) nur eine Varianz des Ursprungs-Fameuse ist.

Und zu dem hatte ich schon einen Beitrag, den es hier zum Nachlesen gibt.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

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* Ins herbstliche Wochenende geht es für mich mit John Coltrane und Stan Getz und ihrem 1960 in Düsseldorf (!) gespielten Live-Medley von Autumn Leaves / What’s New / Moonlight in Vermont.

© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Multhaupts gestreifter Himbeerapfel (16.09.2022)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo

Multhaupts gestreifter Himbeerapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist Multhaupts gestreifter Himbeerapfel, die Abbildung stammt aus dem Deutschen Obstcabinet (PDF) von Christian Eduard Langethal (1806-1878). Die Beschreibung fällt leider recht knapp aus.

Die mittelgroßen, runden Äpfel gehören zu den echten Kalwillen. Es zeigen sich Rippen am Kelch und in der meist rostigen Stielhöhle.

Die feine, fettige Schale hat ein Hellgelb als Grundfarbe, dazu bilden sich karminrote Striche, die den Äpfeln ein ganz schönes Aussehen geben. Punkte sind nur bei genauem Hinsehen erkennbar.

Das weiße, feine Fruchtfleisch hat wenig eigenen Geruch, aber einen zimtartigen, süßen Himbeergeschmack. Wegen des Geschmacks und auch durch die lange Genußreife, die von Anfang Oktober bis Januar dauert, empfahl Langethal diese Sorte.

Wer etwas mehr über Himbeerapfel-Sorten lesen möchte: Hier finden sich ein paar Blogeinträge.

AdT: General von Hammerstein (14.09.2022)

Historische Abbildung von zwei grünen und einem aufgeschnittenen Apfel; BUND Lemgo
General von Hammerstein; © BUND Lemgo

Im Blog gab es schon den Minister von Hammerstein: Aus ihm und dem Weißen Winterkalwill wurde der heutige Apfel, der General von Hammerstein, gezogen. Die erste Ernte gab es 1908, danach brachte der Baum jedes Jahr einen guten Ertrag.

Nicht ganz überraschend ähnelt der große, rundliche bis glattrunde General dem Minister sehr in Form, Färbung und Geschmack. Er wird lediglich schon Anfang September eßreif und läßt sich dann bis Mitte Oktober lagern (danach kann der Minister auf den Tisch kommen).

Die glatte Schale ist am Baum grün, wandelt sich dann beim Lagern zu einem Gelblich-grün. Rost tritt nicht auf, wohl aber weißliche Schalenpunkte.

Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist direkt unter der Schale grünlich-weiß, ziemlich fest und sehr saftig. Der Geschmack wird als angenehm erfrischend beschrieben.

Da es damals im September noch nicht sehr viele große, saftreiche Apfelsorten gab, war der General auf dem Markt und in Delikatess-Geschäften als Tafelapfel sehr beliebt. Er ist aber wohl immer eine lokale Sorte geblieben.

Der Baum ist in der Blütezeit gegen naßkalte Witterung nicht empfindlich, trägt schon als relativ junger Baum Früchte und die Ernten werden jedes Jahre größer.

Für den Hintergrund zum Namensgeber empfehle ich den Beitrag zum Minister von Hammerstein.

AdT: Roter Pogatsch Apfel (12.09.2022)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; Dt. Gartenbaubib.

Roter Pogatsch Apfel; © Dt. Gartenbaubibliothek e.V.

Der heutige Apfel des Tages ist der Rote Pogatsch Apfel, die Abbildung stammt aus Band 17 (PDF) der Pomologischen Monatshefte, die 1855 von den Pomologen Eduard Lucas (1816-1882) und Johann Georg Conrad Oberdieck (1794-1880) als „Monatsschrift für Pomologie und praktischen Obstbau“ (1855-1865) gegründet wurden. Sie hieß später „Illustrierte Monatshefte für Obst- und Weinbau“ (1865-1874), eben „Pomologische Monatshefte“ (1875-1905) und „Deutsche Obstbauzeitung“ (1906-1922).

Die Sorte, die zu den Ramburen gehört, hatte der im ungarischen Keszthely lebende Theodor Beike beschrieben. Es ist eine alte ungarische Sorte, die besonders im südwestlichen Ungarn sehr häufig zu finden war, dort hieß sie Pogácsa, gesprochen „Pogatscha“. So wurden in Ungarn kleine runde, flache Kuchen genannt, wegen der platten Form wurde dem Apfel dann der Name gegeben.

Zur Gestalt schreibt Beike:
„AdT: Roter Pogatsch Apfel (12.09.2022)“ weiterlesen

AdT: Gelber Bellefleur (11.09.2022)

Historische Abbildung drei grünlichen Äpfeln an einem Zweig mit Blätter und einem aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo
Gelber Bellefleur; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Gelbe Bellefleur, die Abbildung stammt aus der zwischen 1905 bis 1930 erschienenen Loseblattsammlung „Deutschlands Obstsorten“, die immer wieder mit wirklich schönen Illustrationen aufwartet. In Deutschland wurde er auch angebaut, was die zahlreichen Abbildungen in der Obstsortendatenbank des BUND Lemgo belegen.

Zu der Sorte habe ich im Blog schon etwas geschrieben, daher wünsche ich einen schönen Sonntag und: bitte hier und noch etwas ausführlicher hier entlang.

(Ich könnte vielleicht noch die Rubrik „Alte Bekannte“ einführen …)

AdT: Pfarrerapfel – aus Siebenbürgen (09.09.2022)

Historische Abbildung eines rot-gelblichen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Pfarrerapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Pfarrerapfel, ist als Sikulaer, Secklerapfel, Szekely Alma oder Szekler Apfel bekannt. Er stammt aus dem ungarischen Siebenbürgen, hat sich auch nach Österreich verbreitet und ist sogar in der National Fruit Collection zu finden.

Die Abbildung stammt aus Rudolf Stolls (1847-1913) „Österreichisch-Ungarischer Pomologie“, der auch den ursprünglichen Namen angibt.
„AdT: Pfarrerapfel – aus Siebenbürgen (09.09.2022)“ weiterlesen