AdT: Kein Reim auf Zacho (16.03.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-orangen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Zacho; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Zacho, was ja schon mal ein origineller Name ist. Das Exemplar stammt aus dem Van Buren County, Michigan.* Die Abbildung hat Deborah Griscom Passmore 1898 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt, es ist die einzige zu dieser Sorte.

Der Stiel sieht im Vergleich zur Frucht recht groß aus, es könnte vielleicht ein crab apple, also ein Holzapfel sein. Aber das ist reine Spekulation. Auf jeden Fall finde ich die Farbe der Schale sehr interessant. Sonst habe ich zu der Sorte leider gar nichts finden können, in keinem der Bücher zu nordamerikanischen Apfelsorten taucht er auf, auch in der Biodiversity Heritage Library findet sich diese Apfelsorte nicht.

Und somit führe ich heute offiziell die Kategorie „Der unbekannte Apfel“ ein.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

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*Das Van Buren County ist schon mit einigen anderen Sorten hier im Blog aufgetaucht.

© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Hieroglyphen Reinette (15.03.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-grünen Apfelsdessen Schale wie von kleinen Pinselstrichen bedeckt ist;

Die Hieroglyphen-Reinette

Der heutige Apfel des Tages ist die ziemlich speziell aussehende Hieroglypen-Reinette. Zu finden in Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) 1. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 3f, erschienen 1833). Die Sorte wurde bereits von Adrian Diel (1756-1839) beschrieben, war aber wohl mehr für pomologische Sammler interessant – die Verbreitung war laut Eduard Lucas (1816-1882) auch um 1875 nicht sehr groß.

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AdT: Dr. Seelig’s Orange-Renette (13.03.2022)

Historische Abbildung grüü-gelblicher Äpfel mit Ast und Laub, und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo
Dr. Seelig’s Orange-Renette; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist Dr. Seelig’s Orange-Renette (Seelig mit zwei „e“), die Abbildung stammt aus dem Band Deutschlands Obstsorten. Er ist auch als „Dr. Seeligs Orange-Pepping“ bekannt.

Wilhelm Seelig (1821-1906) war ein deutscher Staatswissenschaftler und linksliberaler Politiker, der sich in seiner Freizeit mit Gartenbau und Pomologie beschäftigte. Ihm zu Ehren wurde die Apfelsorte nach ihm benannt.

In der Beilage der Illustrierten Wochenzeitung „Nach der Arbeit“, die zwischen 1935 und 1956 erschien, findet sich eine Beschreibung der Sorte (PDF).
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AdT: No Bloom – nicht … (12.03.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der 105410, vermeintlich ein „No Bloom“; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages hat es in sich. Oder besser: hat viel in sich. Laut USDA soll es der „No Bloom“ sein, das Exemplar stammt von der Arlington-Versuchsstation. Mary Daisy Arnold hatte die Abbildung im September 1924 angefertigt, aber auch nur eine Registernummer eingetragen: 105410.

Also habe ich in der Sammlung „The variety apple orchard at Arlington Farm“, die Harris Perley Gould herausgab (zu der ich im Beitrag über den Daniel etwas geschrieben habe), nachgeschaut. Dort gibt es genau ein Protokoll zu einem „No Bloom“, das den Zeitraum 1923 bis 1928 umfaßt. Allerdings verheißt der Titel nichts gutes:

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AdT: De Chataignier (11.03.2022)

Historische Abbildung eines grünen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
De Chataignier; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der De Chataignier, das Exemplar stammt von der hier im Blog oft zu findenden Versuchsstation in Rosslyn im Arlington County, Virginia. Royal Charles Steadman hat den Apfel 1925 festgehalten. Es ist die einzige Abbildung in der Sammlung und ließ mich wieder einmal eine unbekannten Apfel fürchten. Zumal in den üblichen Quellen für nordamerikanische Sorten nichts zu finden war. Aber es kam wieder einmal alles ganz anders …

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AdT: Seaton Red Delicious (10.03.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Seaton Red Delicious; © USDA

Nachdem wir mit dem Richared kürzlich schon eine Varietät des Red Delicious hatten, kommt mit dem Seaton Red Delicious die nächste. Die einzige Abbildung beim USDA hat Royal Charles Steadman in seinem beinahe photorealistischen Stil 1931 angefertigt, der Apfel stammt aus Winfield im Lake Country in der kanadischen Provinz British Columbia. Dort gibt es seit Beginn des 20. Jahrhunderts kommerziellen Obstanbau, womit auch das Interesse des USDA zu erklären sein könnte.

Leider finden sich bei meinen üblichen Quellen für nordamerikanische Apfelsorten keine Informationen, und auch Benjamin Buckman führt die Sorte in seiner umfangreichen Varietäten-Liste nicht. Aber morgen ist ja ein neuer Tag.

Der Künstler

Der 1875 geborene Royal Charles Steadman gehörte wie Ellen Isham Schutt (1873–1955), Mary Daisy Arnold (ca. 1873–1955) und Deborah Griscom Passmore (1840–1911) zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort seit 1915 als „pomological artist“. Er ist mit 892 Dokumenten in der pomologischen Aquarellsammlung verzeichnet.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Adersleber Calvill (09.03.2022)

Historische Abbildung zweier gelblich-grüner Äpfel und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo
Adersleber Calvill; © BUND Lemgo

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Adersleber Calvill, mache ich es mir mal ganz einfach. Die ganz schöne Abbildung stammt aus dem Band Unsere besten Deutschen Obstsorten, der 1929 in der 6. Auflage erschien und in dem 52 Apfelsorten vor- und dargestellt wurden. Dank des BUND Lemgo können sie auch online betrachtet werden.

Zu der Sorte selbst habe ich schon mal einen recht langen Beitrag geschrieben, dort gibt es auch eine sehr ansprechende Abbildung – daher: Bitte hier entlang 🙂

AdT: Muskaten-Reinette (07.03.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Die Muskatrenette; ©BUND Lemgo

Die Abbildung im Kalender gibt mir heute einige Rätsel auf: Angeblich zeigt es die Muskatreinette aus dem „Deutschen Obstcabinet“. Allerdings finde ich die Kalender-Abbildung in der Obstsortendatenbank weder unter den Abbildungen zur Muskatrenette noch unter den Abbildungen aus dem Obstcabinet.

Ich hatte diese Sorte allerdings schon früher beschrieben, mit der hier gezeigten Illustration:
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