AdT: Winter Paradise – dieses Jahr wohl nicht (21.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Winter Paradise; ©USDA

Der heutige schöne Apfel des Tages, der Winter Paradise, stammt wieder aus der Pomological Watercolor Collection des USDA, wurde 1928 von Royal Charles Steadman in Rosslyn im Arlington County, Virginia, gezeichnet und findet sich auch in den Apples of New York. Dort werden einige Synonyme aufgezählt: Honey Sweet, Paradise Winter, Paradise Winter Sweet, White Robinson und Wine Sweet.
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AdT: Kelchreinette (20.12.2018)

Historische Abbildung eines rötlich-grünen Apfels;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Rotgraue Kelchrenette; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages heißt vollständig Rotgraue Kelchrenette, wie es auch auf der Abbildung aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) Band „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 209f, erschienen 1833) zu sehen ist. Und auch das Synonym ist dort verzeichnet: die Osnabrücker Renette. Und da erinnerte ich mich doch an einen Eintrag

Die heutige Abbildung gefällt mir deutlich besser. Alles andere bitte im früheren Eintrag nachzulesen. Dann bleibt auch mehr Zeit für den ganzen Vorfeststreß.

AdT: Grosser Api – We are Family (19.12.2018)

Historische Abbildung eines gelb-roten Apfels, links und rechts davon eine Beschriftung; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Großer Api; ©BUND Lemgo

Unter dem Api, auch Rosenapfel, versteht man eine Apfel-Familie. Den Kleinen Api hatten wir schon, ebenso den Stern-Api. Der heutige Apfel des Tages, der Große Api, ist die – nomen est omen – große Ausgabe.

Der Api soll eine der ältesten Sorten sein, schon bei den Römern wurde sie unter anderem die „Persische“ genannt. Johann Prokop Mayer (1737-1804), aus dessen Pomona Franconica die Abbildung stammt, verliert sich etwas in weiteren Namensherkünften, die er dann immer wieder in Frage stellt. Und beendet die allgemeinen Betrachtungen zur Api-Familie mit einem Hinweis auf Jean Merlet, der im 17. Jahrhundert schrieb:

„Der Api hat keinen Geruch, wie andere Äpfel, denn er ist eine wilde Frucht. die in dem Wald, Apis, in Bretagne gefunden wurde.“

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AdT: Jefferies – überraschend (18.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels aus zwei Ansichten; USDA

Jefferi(e)s; ©USDA

Beim heutigen Apfel des Tages, der Jefferis, auch Jefferies, Everbearing, Grantham genannt, war ich doch überrascht, denn ich hatte kaum Informationen erwartet. Doch sowohl in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“ als auch in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“ ist die Sorte zu finden. Er sieht auch sehr gut aus – die Abbildung hat Royal Charles Steadman 1920 im hier häufig auftauchenden Rosslyn im Arlington County, Virginia, angefertigt.
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AdT: Gestreifte Gelbe Calville – ist auch bald durch (17.12.2018)

Historische Abbildung eines gelb-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDABUND Lemgo Obstsortendatenbank

Gestreifte Gelbe Calville; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Gestreifte Gelbe (Herbst-) Calville, findet sich in Christian Eduard Langethals (1806-1878) Deutschen Obstcabinet. Die Frucht II. Rangs zählt zu den echten Kalvillen, ist eine kompakte, konisch gebaute Sorte, die deutliche Rippen aufweist.

Die etwas fettige Schale ist gelb, auf der Sonnenseite sind allerdings rote Streifen zu sehen, die sich mit roten Punkten abwechseln. Auf der Schattenseite sind dagegen nur ganz blasse Streifen zu sehen, die lediglich um die Stielwölbung herum häufiger sichtbar hervortreten.

Der Apfel unterscheidet sich durch starke Kalvillrippen, durch einen starken Kelch und den stärkeren Stiel von der Gestreiften (roten) Herbstkalvill. Er hat ein lockeres, weißes Fruchtfleisch, das um die Kelchröhre herum rot sein kann. Es ist saftig und hat einen angenehmen Muskatgeschmack – daher wird die Sorte auch Gewürzkalvill genannt.

Die Genußreife beginnt im Oktober, der Apfel hält sich bis Weihnachten. Der Baum wächst nur mäßig hoch, läßt seine Zweige gern hängen, trägt aber bald und bringt reichlichen Ertrag. In Süddeutschland gibt es auf Obstlehrpfaden immer noch einige Exemplare.

AdT: Kleiner Sibirischer Eisapfel – Apfel oder nicht? (16.12.2018)

Historische Abbildung mehrerer gelb-rötlicher Äpfel an einem Zweig mit Blättern und eines aufgeschnittenen Apfels; Bund Lemgo

Kleiner Sibirischer Eisapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages, der Kleine Sibirische Eisapfel, ist auch wieder ein bißchen rätselhaft. Die sehr schöne Abbildung findet sich in Johann Prokop Mayers (1737-1804) Pomona Franconica, seine Beschreibung steht im Zusammenhang mit dem Eisapfel, die er auch Moskowiticher oder Astranischer Glasapfel nennt.

Einen Eisapfel hatten wir bereits, auch den Astrachanischen und den Pomme de Glace Transparente. Der Name spielt auf die fast durchsichtige Haut und das wie gefroren wirkende Fruchtfleisch an. Mayer, aus dessen Pomona Franconica die sehr schöne Abbildung stammt, beschreibt den Kleinen Sibirischen Eisapfel nur nebenbei im Artikel über den “Moskowiticher – Astrakanischen Glasapfel“.
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AdT: Englischer Karolin – mit etwas Systemkritik (15.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen Apfels; Bund Lemgo

Englischer Karolin; ©BUND Lemgo

Zum heutigen Apfel des Tages könnte es auch wieder einen kurzen Beitrag geben. Denn Johann Prokop Mayer (1737-1804), aus dessem Pomona Franconica die Abbildung stammt, hat den Englischen Karolin nur sehr knapp beschrieben.

Demnach sei er in Böhmen verbreitet, wo er als guter Dessertapfel gelte, auch in den Niederlanden und England würde er geschätzt. Leider nennt Mayer keinen englischen Namen, bei der National Fruit Collection habe ich immerhin einen Caroline gefunden, der auch Caroline Lady Suffield heißt.
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AdT: Scheibling – bissel flach (14.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Scheibling; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages, der Scheibling(!), ist wieder so ein Unbekannter. Informationen habe ich bei den zuständigen Quellen nicht gefunden, weder in Creighton Lee Calhouns „Old Southern Apples“, noch in Tom „Professor Apple“ Burfords Buch „Apples of North America – „192 Exceptional Varieties for Gardeners, Growers, and Cooks“, nicht in den Apples of New York, und auch nichts in Adams Apfel-Blog.

In der Pomological Watercolor Collection des USDA ist die Kalenderabbildung die einzige Illustration. Bertha Heiges hatte sie 1899 in Carthage im Rush County, Indiana, angefertigt. Das deutet auch nicht unbedingt auf eine größere Verbreitung hin.
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AdT: Deutscher Blasapfel – und ein Hinweis auf Albert Kapr und die Fraktur (13.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Deutscher Glasapfel; ©BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist nicht der Deutsche Blas-, sondern der Deutsche Glasapfel. Kann passieren, denn das Fraktur-B ähnelt halt bei einem flüchtigen Blick dem Fraktur-G.

Glasapfel-Sorten hatten wir hier schon mit dem Berliner Glasapfel, dem Bietigheimer, dem Golden Noble, dem Virginischen Rosenapfel und dem Pomme De Glace Transparente.

Der von Christian Eduard Langethal (1806-1878) im Deutschen Obstcabinet beschriebene Deutsche Glasapfel taucht als solcher in anderen Büchern nicht auf. Allerdings scheint mir doch eine starke Ähnlichkeit mit der Champagner-Reinette zu bestehen, die auch das Synonym „Glasapfel“ führt.

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AdT: Matlack (12.12.2018)

Historische Abbildung eines gelblich-roten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Matlack; ©USDA

Ach, ach und ach. Zum heutigen Apfel des Tages, dem Matlack, habe ich leider nur die Informationen gefunden, die zur Kalenderabbildung in der Pomological Watercolor Collection gegeben wurden. Der Apfel wurde von Deborah Passmore 1905 im Burlington County, New Jersey gefunden. Dort ist der Name Familienname Matlack nicht ungewöhnlich – vielleicht stammt der Apfelname daher?

Elsie Lower hat die Sorte 1906 ebenfalls festgehalten, sogar zwei Mal. Auch diese Abbildungen stammen aus Burlington. Möglicherweise war die Sorte damals eine neue Züchtung – die sich dann aber wohl nicht durchgesetzt hat. Was an der „schiefen“ Form liegen könnte. Und die besonders beim Kalenderapfel deutlich sichtbaren Flecken waren für eine Vermarktung vielleicht auch unattraktiv.

Die Künstlerin

Deborah Griscom Passmore (1840–1911) war eine der Illustratorinnen des USDA, dort leitete sie die Pomologische Abteilung. Bis heute gilt sie als eine der wichtigen Künstlerinnen in diesem Bereich.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705