AdT: Herzog Bernhard – Ananas verpflichtet (05.04.2022)

Historische Abbildung zweier rot-gelblicher Äpfel;  BUND Lemgo Obstsortendatenbank

Herzog Bernhard; ©BUND Lemgo

Die Abbildung des heutigen Apfel des Tages stammt aus dem Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878) und zeigt den Herzog Bernhard. Er ähnelt in Gestalt und Farbe dem Ananasapfel*, weshalb er in Meiningen auch Winter-Ananas genannt wurde. Vom Ananasapfel unterscheidet er sich durch sein festeres Fruchtfleisch und durch seine viel spätere Reifezeit.
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AdT: Spotless – einfach makellos (04.04.2022)

Historische Abbildung einesgrünen Apfels mit kleinen Zupf-Flecken und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Ein makelloser Spotless; ©USDA

Die Abbildung des heutigen Apfels des Tages hat Ellen Isham Schutt 1911 angefertigt. Der Apfel stammt aus Nelson, Virginia, und heißt Spotless, übersetzt also „makellos“. Leider ist er so makellos, daß ich nichts zu ihm gefunden habe.

Kein Hinweis bei Creighton Lee Calhoun noch bei Tom „Professor Apple“ Burford. Nichts bei Pomoferous. Die Sorte findet sich auch nicht in den Apples of New York oder auf der List of fruit varieties von Benjamin Buckman. Und in den Protokollen der Versuchsstation in Arlington gibt es zwischen Spice und Springdale keinen Spotless.

Also momentan ein weiterer unbekannter Apfel mehr.

Aber: Ich habe dann noch mal nach der Farm gesucht, die Ellen Schutt auf ihrem Aquarell notiert hat. Und siehe da: Es gibt in Roseland im Nelson County, Virginia, seit 1750 die Dickie Brothers Orchard. Damit zählen sich die Farmer, inzwischen in der neunten Generation, zu einer der ältesten Farmen, die durchgängig in der Hand der selben Familie ist. Ein 5minütiger Kamera-Flug zeigt die Farm und die Umgebung. Eine Anfrage nach der Sorte und dem genannten Jas Dickie geht raus – wär‘ doch gelacht …

Die Künstlerin:

Ellen Isham Schutt (1873–1955) gehörte wie Mary Daisy Arnold, Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den Illustrator*innen beim USDA und arbeitete dort von 1904 bis 1914.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Garter – Ein Schuft, wer Böses dabei denkt (03.04.2022)

Historische Abbildung von zwei roten Äpfeln mit Zweig und Blättern; Biodiversity Heritage Library
Der Garter; © Biodiversity Heritage Library

Der heutige Apfel des Tages ist der Garter, die schöne Abbildung stammt aus der 1811 von Thomas Andrew Knight veröffentlichten Pomona Herefordiensis*.

Die Sorte wurde, wie Knight anmerkt, von keinem der Pomologen-Autoren erwähnt, mit denen er bekannt war. Sie sei während des Verfalls der älteren und wertvolleren Varietäten viel kultiviert worden. Ich hoffe, über diesen Verfall im Laufe des Jahres noch etwas mehr zu erfahren.

Der Garter hat nur einen geringen Zuckergehalt, was für die Ciderherstellung nachteilig ist. Wenn er aber anderen, wertvolleren Sorten beigemischt wird, führt das nach Knight zu ausgezeichneten Apfelweinen.
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AdT: Superintendentenapfel (02.04.2022)

Historische Abbildung eines grün-rötlichen Apfels; BUND Lemgo
Der Superintendentenapfel; © BUND Lemgo

Der heutige Apfel des Tages ist der Superintendentenapfel, die Abbildung stammt aus Johann Lexa von Aehrenthals (1777-1845) 2. Band seiner „Deutsche Kernobstsorten“ (PDF, S. 80 ff, erschienen 1837).

Die Beschreibung beginnt zum Tag hier in Köln sehr passend:

„Ein prachtvoller, grosser, köstlicher Winterapfel.“

Denn hier in Köln sind die Dächer Schnee-weiß!
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AdT: Charlamoff – drei Mal ist Bremer Recht … (31.03.2022)

Historische Abbildung eines roten, gestreiften und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA
Ein Charlamoff; © USDA

Nach dem Charlamowsky und der Duchess of Oldenburg haben wir heute noch eine schöne Abbildung eines Namensvetters, des Charlamoff. Der Apfel stammt aus dem Hennepin County, Minnesota und wurde 1908 von Elsie E. Lower für die Pomological Watercolor Collection des USDA festgehalten.

Für die Sorten-Beschreibung verlinke ich auf diesen Beitrag.

Die Künstlerin:

Elsie E. Lower (1882-1971) gehörte wie Mary Daisy Arnold, Deborah Griscom Passmore und Royal Charles Steadman zu den Illustrator*innen beim USDA. Die Abbildung stammt aus dem Jahr 1906.

Später zog sie mit ihrem Mann, dem Pomologen Carl Stone Pomeroy, nach Kalifornien, wo sie zur “California Scene Painting“-Bewegung gehörte. Von ihr sind in der USDA Pomological Watercolor Collection 287 Dokumente erhalten.

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© U.S. Department of Agriculture Pomological Watercolor Collection. Rare and Special Collections, National Agricultural Library, Beltsville, MD 20705

AdT: Striped Delicious Sport – nicht unbedingt sportlich (30.03.2022)

Historische Abbildung eines gelblich-rötlichen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Der Striped Delicious Sport, von Mary Daisy Arnold 1932 im Chelan County, Washington, gefunden; ©USDA

Beim heutigen Apfel des Tages, dem Striped Delicious Sport, handelt es sich um eine Mutation des Red Delicious. Denn nichts anderes bedeutet „Sport“ in diesem Zusammenhang. Zu dessen Ehrenrettung hatte ich hier ja auch schon etwas geschrieben.
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AdT: Smith (29.03.2022)

Historische Abbildung eines hellgrünen und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Smith; ©USDA

Der heutige Apfel des Tages hat den originellen Namen (hüstel) „Smith“. Das Exemplar wurde 1924 von Royal Charles Steadman für die Pomological Watercolor Collection des USDA abgebildet, es stammte mal wieder von der Versuchsfarm in Arlington, Virginia.

Tatsächlich findet sich der Baum auch im Arlington-Protokoll mit der Zugangsnummer 6411 und für 1924 mit der auf dem Blatt angegebenen Nr. 105210.
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AdT: Royal Red (28.03.2022)

Historische Abbildung eines dunkelroten und eines aufgeschnittenen Apfels; USDA

Royal Red; © USDA

Der heutige Apfel des Tages ist der Royal Red. So steht es jedenfalls auf der Abbildung, die Amanda Almira Newton 1904 für die Pomological Watercolor Collection des USDA angefertigt hat. Der Apfel stammte aus dem St. Francois County, Missouri, das am nördlichen Rand des Ozark-Plateaus liegt (über dessen Wichtigkeit für den Apfelanbau ich schon mal etwas geschrieben hatte).

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AdT: Reinette von Orleans – Grau ist alle Theorie (27.03.2022)

Historische Abbildung eines gelben Apfels am Zwig mit Blatt und eines aufgeschnittenen Apfels; BUND Lemgo
Renette aus Orleans; © BUND Lemgo

Beim Apfel des Tages dachte ich: „Hatten wir schon“. Aber die heutige Renette aus Orleans ist eben nicht die hier schon besprochene Graue Renette von Orleans. Die Abbildung stammt aus Deutschen Obstcabinet von Christian Eduard Langethal (1806-1878).

Langethal stellt zunächst klar, daß der große Pomologe Adrian Diel (1756-1839) leider für etwas Verwirrung gesorgt habe, als er die Orleansrenette fälschlicherweise mit der „Renette von New York“ gleichgesetzt und auch als solche verschickt habe – ebenso Johann Ludwig Christ (1739-1813).

Langethal stuft die Orleansrenette als Frucht I. Ranges ein und zählt sie zu den Goldreinetten, von denen wir auch schon einige hatten.
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